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Mundgesundheit ist doch eigentlich egal!

FALSCH:

Niemand riecht gerne aus dem Mund. Niemandem ist Zahnverlust gleichgültig! Aber wo sich Irrglauben mit Nachlässigkeit paart, entstehen schwerwiegende Gesundheitsrisiken. Helfen ist möglich durch sensibles Bewußtmachen der Zusammenhänge und Selbsthilfe-Möglichkeiten.

Zahnprobleme liegen bei uns in der Familie - da kann man nichts machen!

FALSCH:

Karies und Parodontitis sind keine Erbkrankheiten - selbst bei genetisch begründeter Zahnschwäche ist gründliche Mundhygiene die sichere Chance für gesunde Zähne.

Keine Plaque - Nur ein Traum?

FALSCH:

Rundum saubere Zähne können heute von (fast) jedem erreicht werden - die nötige Disziplin und die passenden Hilfsmittel vorausgesetzt. Sanfte Borsten, kleinköpfige Zahnbürsten und raumfüllende Interdentalbürsten machen den Traum wahr.

Feste schrubbeln bringt am meisten!

IM GEGENTEIL:

Harte Borsten und zu viel Krafteinsatz beim Putzen bergen die Gefahr, den Zahnschmelz allmählich abzutragen und das Zahnfleisch so zu verletzen, dass es sich nach und nach zurückzieht - schmerz- und kariesanfällige freiliegende Zahnhälse sind die Folge. Kleine fegende Putzbewegungen von "rot" nach "weiß", also vom Zahnfleisch hin zum Zahn, reinigen optimal und verhindern Verletzungen.

Nach jeder Mahlzeit schleunigst putzen!

NUR BEDINGT:

Direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen kann auch schädlich sein - es kommt ganz darauf an, was man gegessen hat. So gilt: nach Saurem Finger weg von der Zahnbürste. Säurehaltige Speisen und Getränke weichen den Zahnschmelz durch Entzug von Mineralien auf. Durch zu frühes Putzen wird der aufgeweichte Schmelz weggeputzt. Klüger ist es, 30 bis 60 Minuten zu warten und so dem Speichel das Feld zu überlassen. Dieser neutralisiert nicht nur die Säure, sondern versorgt die Zähne auch mit Mineralstoffen und läßt den Zahnschmelz dadurch wieder hart werden. Ein paar Schlucke Wasser helfen, Säure zu entfernen, und machen Orangensaft und CO. weniger schädlich.

3 mal täglich 3 Minuten sind genug!

FALSCH:

Weder die Dauer noch die Häufigkeit, sondern allein das <<WIE>> zählen. Für jeden einzelnen ist die Empfehlung anders um das Resultat - rundum saubere Zähne - zu erreichen. Einmal täglich - gründlich und richtig ist besser als 3 x <<husch husch>>!

Kreuzborsten und flexibler 3-Komponentengriff als ideale Mundhygienegaranten?

NEIN:

Handelsübliche Zahnbürsten mit Kreuzborsten verfügen meistens über einen zu großen Kopf und über zu harte und zu dicke Borsten. Ein Federgriff mindert zwar den Druck - hinterläßt dafür ungeputzte Stellen am Zahnfleischsaum. Anschmiegsame weiche Borsten und ein kleiner Bürstenkopf leisten gerade hier Wunder. Abfederung ist ein <<Muss>> für die Borsten - nicht für den Griff!

Zahnbürste nur wechseln wenn die Borsten kaputt sind?

FALSCH:

Im winterlichen Schnuddelwetter bleibt kaum einer dauerhaft von Erkältungen verschont. Wie gut, wenn man Husten, Schnupfen, Heiserkeit endlich überstanden hat - und zu blöd, wenn man sich an der eigenen Zahnbürste gleich wieder ansteckt! Das kann passieren, denn Erkältungsviren, aber auch Erreger von Zahnfleischentzündungen oder Herpes, tummeln sich hartnäckig auf Zahnbürste, Zahnzwischenraumbürste und Zungenspartel. Deshalb gilt: Alle Instrumente für die Mundhygiene auswechseln, sobald man eine Erkrankung des Mundraums überstanden hat - damit es nicht zur unfreiwilligen Neuansteckung kommt!

Kaugummi kauen ersetzt das Zähneputzen!

NEIN:

Zahnpflegekaugummis sind eine gute Unterstützung der Mundhygiene nach dem Essen. Zusätzlich wird durch den Bestandteil Xylit eine hemmende Wirkung auf kariesrelevante Bakterien ausgelöst. Insgesamt bewirkt die Kauaktivität einen erhöhten Speichelfluss. Durch den Speichel wird die "Selbstreinigung" im Mund verbessert und den Zähnen vermehrt Mineralien zugeführt. Diese Mineralien können die angegriffene Zahnschmelzoberfläche durch Säuren aus der Nahrung wieder reparieren. Zahnpflegekaugummis ergänzen jedoch nur das tägliche Zähneputzen und ersetzen es keineswegs.

Richtige Mundhygiene, einmal erklärt - für immer verstanden!

FALSCH:

In Sachen Hygiene benötigt jedermann Anleitung und ständige Anregung! Ohne didaktische korrekte Unterweisung bei gleichzeitigem Überlassen der geeigneten Hilfsmittel, einem mehrstufigen Nachfass-System und Selbstmotivationshilfen (z.B. mit der Zunge prüfen ob sich die Zähne <<pelzig>> anfühlen) bleibt effektive Plaque-Kontrolle ein Traum.

Fluoride sind nicht wichtig!

FALSCH:

Fluoride härten den Zahnschmelz, hemmen die Entkalkung und das Bakterienwachstum und helfen zudem bei der Remineralisation der Zahnoberflächen. Bezüglich der Kariesprophylaxe hat sich herausgestellt, dass eine ausreichende Versorgung mit Fluoriden das Auftreten von Karies deutlich verringert.

Täglich Fluoride sind eine Schutzgarantie!

FALSCH:

Unter bestehenden Zahnbelägen können Fluoride nicht schützen. Fluoridierte Plaque ist genau so schädlich wie unfluoridierte. Für beide gilt: Sie führen zu Approximal-Karies und Parodontitis - mit Fluorid einfach später.

Mundspülungen schaffen dort Erfolg, wo die Zahnbürste versagt?

FALSCH:

Keine Spülflüssigkeit kann Plaque selbstständig entfernen. Nur die regelmässige, gründliche manuelle Reinigung des kritischen Zahnfleisch-Saums und des noch wichtigeren Interdentalraums mit raumfüllenden Interdental-Bürsten schützt nachhaltig.

Keine Schmerzen, kein Bluten - also kein Problem?

FALSCH:

Parodontitis ist schmerzlos, Mundgeruch ist schmerzlos, Karies fängt schmerzlos an. Deshalb kann im kritischen Interdentalraum die entzündliche und kariogene Plaque während Monaten oder Jahre unbemerkt die zerstörende Wirkung entfalten.

Schlechter Mundgeruch kommt vom Magen!

FALSCH:

Abgesehen von Tabak, Kaffee, Knoblauch, Zwiebeln usw. - unangenehmer Mundgeruch entsteht durch sich zersetzende Plaque-Bakterien, die in den Zahnfleischtaschen und auf der Zunge verwesen.

Jedes Kind kostet einen Zahn!

FALSCH:

Sorgfältige Mundhygiene, eine ausgewogene Ernährung und der regelmäßige Gang zum Zahnarzt können einen Zahnverlust verhindern. Wichtig ist ferner die ausreichende Mineralstoffversorgung der werdenden Mutter. So ist z.B. der Bedarf an Kalzium (wichtig für Knochenbau und Zähne) in der Schwangerschaft wesentlich erhöht -im Laufe der neun Monate muss der Organismus des Babys 30g davon einbauen, die er nur über die Mutter bekommen kann. Wenn bei der Schwangeren ein Mangel besteht, wird das Baby trotzdem versuchen, seinen Bedarf zu decken. Um vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig Milchprodukte auf den Speiseplan zu setzen.

Außerdem ist in dieser Zeit eine gute Mundhygiene enorm wichtig, weil Erkrankungen der Mundhöhle zu gesundheitlichen Problemen des gesamten Körpers und insbesondere entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) sogar Frühgeburten auslösen können.

Milchzähne fallen eh aus und müssen nicht gepflegt werden!

FALSCH:

Aus zahnärztlicher und kieferorthopädischer Sicht ist die gründliche Pflege und der Erhaltung der Milchzähne jedoch äußerst wichtig. Hat sich im Milchgebiß erst einmal Karies ausgebreitet, ist das Risiko für das bleibende Gebiß deutlich erhöht. Außerdem ermöglicht ein gesundes Milchgebiß problemloses Kauen, eine gute Aussprache und nicht zuletzt eine normale Gebißentwicklung.